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Erich Schulz

Erich Schulz

* 1925 in Potsdam

Eulen, große und kleine, sind die Haustiere von Herrn Schulz. Er bastelt und zeichnet zum Zeitvertreib, das hat er schon immer gern getan. Auch in seiner Zeit als Feuerwehrmann hatte er Interesse für künstlerisches Gestalten. Seine Tochter kennt seine Begeisterung für Bastelarbeiten und schickt ihm regelmäßig Pop-up-Karten mit Feuerwehrmännern aus Amerika. 

Können wir anfangen?

Ich hab meine Ohren offen.

Worüber haben Sie heute schon gelacht?

Das ist ein Kerzenständer. Und hier unten ist aus Mahagoni eine runde Platte, dass er nicht umfällt.

Wann haben Sie das gemacht, Herr Schulz? 

Ach, das weiß ich nicht mehr. Zu Hause. Da war ich noch nicht hier.

Worüber haben Sie heute schon gelacht?

Schaut mal hinter euch, das Holz! Ich war bei der DEFA, bei der Berufsfeuerwehr. Und da kam ein Feuerwehrmann, der war Spitzensportler, er hatte Silber und Bronze. Und der hatte eine echte afrikanische Maske. Und die hab ich nachgeschnitzt.

Haben Sie das selbst gemacht?

Ja! Die afrikanische Maske hab‘ ich hingelegt und dann hab ich sie nachgemacht.
Das hab ich gemalt. Hab‘ ich erstmal probiert, Schatten und Licht. Und dann hab‘ ich ein Passbild genommen von meiner Frau und das nachgemalt. Wenn man ein Bild vergrößern will, macht man es auf Karos. Und dann kann man das Bild vergrößern.

Worüber haben Sie heute schon gelacht?

Heute hab ich sortiert. Das ist alles von meiner Tochter.

Haben Sie heute schon gelacht? 

Ja. Worüber? So aus Quatsch. Wenn sich unterhalten wird, wird zwischendurch mal gelacht.

Was brauchen Sie, um zufrieden zu sein?

Gar nichts. Ich bin immer zufrieden.
Das Bild hab ich mal gemacht als Vorlage. Das richtige Ölbild, das ich nach der Vorlage gemalt habe, ist weg, durch den Bombenangriff auf Potsdam.

Sie waren also nicht nur Feuerwehrmann, sondern haben auch ganz viel Kunst gemacht.

Ja, das liegt in meiner Familie, der Großvater hat mir das vererbt und ich meiner Tochter.

Kindheit, Schule oder Arbeitsleben – an was erinnern Sie sich am liebsten?

Ich bin gerne zur Schule gegangen und in der Lehre war ich der Beste.

Das ist meine Katze, die lebt nicht mehr, die musste ich einschläfern. Das hab ich im Kindergarten gebaut. Später bin ich zur Schule gegangen auf Hermannswerder, bis zur 4. Klasse. Wir hatten einen Kleingarten, den haben wir verkauft, weil meine Frau nicht mehr konnte.

Was prägte die Zeit Ihrer Jugend und was prägt die Jugendzeit heute nach Ihrer Ansicht?

Ich hab‘ in meiner Kindheit im Eichenwald gespielt und das war schön. Man darf nicht in der Ecke sitzen bleiben und zugucken, man muss mitmachen.

Was ist Ihre Botschaft an die Jugend?

Ich musste eine Waffe in die Hand nehmen und den letzten Atemzug, den Hitler gemacht hat mitmachen. Im Fuß und in der Schulter hab ich ein Explosivgeschoss abbekommen, das war nicht schön.

Was ist Ihnen im Leben wichtig?

Dass man gesund ist. Das ist die beste Krankheit.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten?

Ich bin wunschlos glücklich. Glücklich, dass ich lebe.

Was ist ihr Lieblingstier?

Alle! Ich habe hier viele selbst gebaute Eulen. 
Das ist das Bild von der eisernen Hochzeit. 65 Jahre verheiratet. Ich bin meiner Frau nicht untreu geworden. Meine Frau ist auf dem Grundstück in Leest.

Unterschiede in der Jugend, früher und heute?

Ich war in der Hitlerjugend. 
Angeln, Treibeball, hab' viel gezeichnet, wenn ich Langeweile hatte.

Das Leben ist ein Buch

Portraits der Ausstellung

16 Portraits – 16 Gesichter von 16 Menschen, 16 Leben, 16 Geschichten.

Vom 28. November bis zum 31. Dezember 2017 ist die Ausstellung im Foyer der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam zu sehen. Erleben Sie dort die Begegnung von Jung und Alt.

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